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Erfahrungsbericht: Das Studium in Großbritannien

Erfahrungsbericht: Das Studium in Großbritannien

| Am 11. Sep 2015

Schon mal mit der Idee gespielt, für ein Semester oder sogar ein ganzes Studium nach Großbritannien zu gehen? Melissa studiert seit 2013 English Studies and Spanish an der University of Stirling in Schottland. Hier teilt sie ein paar ihrer Erfahrungen und verrät Wissenswertes über das Studium auf der Insel.

Wieso ins Ausland?

Die Menschen sind herzlich, das Essen schmeckt tatsächlich gut und auch an das Wetter kann man sich schnell gewöhnen.

Mir war schon ziemlich früh klar, dass ich gerne in Schottland studieren möchte – es war wirklich eine Entscheidung aus dem Bauch heraus. Natürlich habe ich mir auch meine Gedanken gemacht, aber irgendwie wusste ich einfach, dass ich gerne woanders neu anfangen würde.  Dazu war das Studium die ideale Chance. Wichtig war für mich, dass ich mich in meinem Studienland wohlfühle und mich mit der dortigen Mentalität identifizieren kann.

Die Bewerbung

Für das Bachelorstudium bewirbt man sich nicht direkt bei den jeweiligen Hochschulen, sondern online über das zentrale Bewerbungsportal UCAS.  Dort kann man sich an bis zu fünf Unis pro Jahr bewerben und auch das deutsche Abitur wird anerkannt. Eventuell wird noch ein Sprachnachweis wie der IELTS oder TOEFL verlangt. Besonders ist auch, dass man als Bewerber ein Motivationsschreiben anfertigen muss, in dem man sich als geeigneter Kandidat vorstellt. Hier kann man durch Engagement glänzen und zeigen, was man wirklich drauf hat. Auch ein Referenzschreiben wird verlangt – das können beispielsweise ehemalige Lehrer übernehmen.

Und Achtung: Die Bewerbungsfristen für ein Studium in Großbritannien enden viel früher als die Bewerbungsfristen für deutsche Hochschulen. So muss man sich für einen Studienplatz im Wintersemester schon bis Mitte Januar beworben haben, teilweise sogar schon bis Oktober des Vorjahres. Das heißt, man bewirbt sich unter anderem schon, bevor man seine endgültigen Noten hat und bekommt dann eventuell erstmal den conditional offer. Das heißt, man muss zunächst einige Voraussetzungen erfüllen, um endgültig angenommen zu werden.

Studienkosten und Finanzierung

Das Studium in Großbritannien hat den Ruf sehr kostspielig zu sein: Exorbitante Studienkosten, hohe Mietpreise und auch sonst ist alles teurer als im heimischen Deutschland. Das trifft aber nicht auf alle Länder der Insel zu: Während sich die Studienkosten in England jährlich auf bis zu 9000 Pfund belaufen können, werden diese in Schottland für Studenten aus EU-Ländern (England ausgenommen) von der Regierung komplett übernommen.

Bei den Mietpreisen merkt man schon, dass diese höher liegen als in Deutschland; in kleineren Städten und Vororten hält es sich aber in Grenzen. Ich lebe in einem Wohnheim auf dem Campus, aber wirklich günstiger als in einer WG ist das auch nicht. Wenn man ein bisschen auf das Geld achtet, den Wocheneinkauf beim Discounter erledigt und die vielen Studentenrabatte nutzt, lässt sich das Studium aber auch dort budgetfreundlich gestalten. Vor allem gibt es in Großbritannien eigentlich in jedem Bereich Studentenrabatte, sei es in Restaurants, Modeläden, Kino, Theater und und und. Wenn man sich da also ein bisschen informiert, kann man nochmal richtig sparen, ohne viel verpassen zu müssen.

Praktisch ist auch, dass man sich seinen Wocheneinkauf von den größeren Supermarktketten nach Hause liefern lassen kann – kostet zwar mehr als beim Discounter, kann man aber mit Mitbewohnern teilen und sich dafür dann auch das Schleppen der schweren Einkaufstüten sparen.

Mensas sind an britischen Unis allerdings nicht der Standard. Auf dem Gelände meiner Uni gibt es zwar verschiedene Cafés und Restaurants, doch eine große Mensa mit billigen Preisen, wie wir sie von hier kennen, gibt es nicht,. Das ist natürlich manchmal schade, kann aber auch als Motivation zum Kochen angesehen werden.

Übrigens können auch für das Studium in Großbritannien Fördermittel wie Bafög oder der Bildungskredit beantragt werden.

Wie läuft das Studium ab?

Zu Beginn des Studiums lockt die sogenannte Fresher‘s Week, während der man bei verschiedenen Veranstaltungen und Partys schnell Studenten aus aller Welt kennenlernt. Generell habe ich mich von Anfang an sehr gut aufgehoben gefühlt, da alles auf einer sehr persönlichen Ebene abläuft – so wurde mir zum Beispiel ein Personal Tutor gestellt, ein Ansprechpartner bei Fragen rund ums Studium.  Die meisten Seminare haben eine Größe von etwa 10-20 Leuten, was zu Gesprächen und aktiver Teilnahme anregt – so kann man sich auch wirklich etwas aus dem Unterricht mitnehmen.

Im Gegensatz zu Deutschland und England beträgt die Regelstudienzeit der meisten Bachelor-Studiengänge in Schottland vier Jahre anstatt drei. Für mich persönlich sehe ich darin definitiv einen Vorteil, da man weniger Druck und mehr Zeit zur Orientierung hat.  Unter bestimmten Voraussetzungen kann man aber auch direkt in das zweite Studienjahr einsteigen – dann studiert man also auch nur noch drei Jahre. Jedoch sind in Großbritannien einjährige Master üblich.

Auch ist die Struktur des Studiums in Großbritannien stärker vorgegeben als in Deutschland. Klausuren werden nicht selbstständig pro Semester gewählt, sondern sind in den einzelnen Semestern vorgegeben – die vorgesehene Studienzeit entspricht somit meistens auch der tatsächlichen. Jedoch wird unabhängiges Lernen sehr groß geschrieben und es kann sein, dass man zwar nicht so viele Lehrveranstaltungen hat, aber erwartet wird, dass man viel selbstständig liest und sich dies auch in den Essays (vergleichbar mit Hausarbeiten) widerspiegelt.

Wer Angst hat wegen der Sprache nicht mitzukommen, kann beruhigt sein: Es gibt dort sehr viele internationale Studenten und auch Dozenten. Die meisten Lehrkräfte sprechen sehr klares und akzentfreies Englisch und sind so leicht zu verstehen. Schwieriger könnte es bei den Einheimischen werden, die je nach Region ihren ganz eigenen Dialekt haben, an das sich das fremde Ohr gegebenenfalls erst einmal gewöhnen muss. Die Bedeutungen von Wörtern wie aye (Ja) und wee (klein) sollte man in Schottland also kennen.

Die Freizeit

Die Student Union, die Studentenvereinigung an der Uni, spielt eine sehr große Rolle. Man findet eigentlich für jedes Interessengebiet und jede Sportart eine passende Society oder einen Club – wenn nicht, ergreift man eben selbst die Initiative und gründet einen. Ansonsten ist es glaube ich so wie überall: Die meisten Studenten feiern sehr gerne. Darüber hinaus mache ich gerne Städtetrips und besuche Museen, von denen sehr viele in Großbritannien zum Glück kostenlos sind.

Am Klischee vom schlechten Essen ist meiner Meinung nach nichts dran. Dass die meisten Briten gerne Fish and Chips essen ist wohl jedem bekannt und es stimmt auch (denn es schmeckt!). Aber es geht natürlich auch weit darüber hinaus. Vor allem in den großen Städten bekommt man eine super Auswahl an Restaurants und den berühmten Pubs geboten. Es gibt also für jeden Gaumen etwas Leckeres zu finden. Gut finde ich auch, dass es sehr viele free from Alternativen zu kaufen gibt, was zum Beispiel für Vegetarier interessant ist.  Auf kulinarische Entgleisungen wie frittierte Marsriegel gehe ich nicht näher ein. Die sollte jeder selbst probieren und sich dann ein Bild davon machen ;)

Ich bin rundum zufrieden mit meiner Wahl und eins steht fest: Jetzt, nachdem die Hälfte meines Studiums herum ist, würde ich auf jeden Fall wieder dieselbe Entscheidung treffen.

Wissenswertes­­:

  • Die Tradition schreibt  vor, dass man sich pro Jahr nur entweder bei Cambridge oder bei Oxford bewerben kann. Man kann sich also nicht bei beiden gleichzeitig bewerben.
  • Nach Whisky ist definitiv Irn-Bru das zweite schottische Nationalgetränk. Die Kultbrause sieht mit ihrem grellen orange gewöhnungsbedürftig aus und ist sehr süß – aber auch sehr beliebt.
  • Beim alljährlichen Edinburgh Festival werden vielfältige Veranstaltungen aus den Bereichen Kunst, Kultur, Musik und Unterhaltung geboten – ein absolutes Muss!

 

Auf der Suche nach einem Studentenjob? Hier kannst du dich einfach und schnell bewerben:

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BILD: PublicDomainPictures, pixabay.com

 

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