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Wenn es einfach nicht mehr passt: Studium abbrechen?

Wenn es einfach nicht mehr passt: Studium abbrechen?

| Am 25. Aug 2015

Am Anfang war alles gut. Schon während der Schulzeit hattest du dir genau überlegt, was du studieren möchtest. Oder vielleicht hast du dich doch erst nach langem hin und her für dein Studienfach entschieden. Wie auch immer es bei dir gewesen sein mag, bei Antritt deiner akademischen Laufbahn warst du erst mal zuversichtlich, dass du die richtige Entscheidung getroffen hast. Doch das änderte sich schnell.

Jeder Vierte bricht ab

Muss man sich mittlerweile schon im Alter von 17 oder 18 Jahren entscheiden, was man mit seinem Leben anfangen möchte, kommt bei vielen die schleichende Einsicht erst dann, wenn sie schon in der Uni sitzen: Die Vorlesungen bringen statt des erhofften Wissens nur öden Lernstoff, wirklich sinnvoll sind sie kaum und Spaß macht das Ganze sowieso nicht. Die Erwartungen an das Studienfach haben mit der Realität wenig zu tun, nach einigen Semestern ist man vollkommen desillusioniert und fragt sich: Studiere ich das Richtige?

Deniz (24) entschloss sich nach langem Überlegen sein Studium des Wirtschaftsingenieurwesens abzubrechen. So wie ihm geht es jedem vierten Studenten – so viele brachen ihr Bachelorstudium im Jahr 2012 ab (DZHW, 2014). Vor Beginn eines neuen Semesters kommt bei vielen wieder die unangenehme Frage auf, ob man sich nicht doch einen Fehlgriff bei der Studienwahl geleistet hat. Was also tun: Trotzdem weitermachen oder das Studium abbrechen?

Motivation lässt zu wünschen übrig

Nachdem die anfängliche Euphorie verflogen ist, fühlt sich das Studium einfach falsch an. Während des Semesters bleibt dir nach Vorlesungen, Seminaren und der Vorbereitung der Lektüre viel zu wenig Freizeit. Auch in der vorlesungsfreien Zeit versinkst du in Arbeit und hast vor lauter Hausarbeiten und Vorbereitung auf das nächste Semester keine Zeit mehr für Erholung. Motivation und Noten lassen zu wünschen übrig.

Es gibt Studiengänge mit enormem Lernaufwand. Da ist auch manchmal einfach Auswendiglernen angesagt und straffe Zeitpläne stehen an der Tagesordnung. Das ist für viele Fächer erst mal nicht ungewöhnlich und oftmals kannst du auch durch effizienteres Lernen Mühe und Zeit sparen. Kritisch wird es, wenn du das Gefühl hast, deine Zeit mit dem Studium nur zu verschwenden. Hast du erstmal dieses Gefühl, ist es schwer sich für den Stoff zu motivieren.

Ratsam ist es auch, sich erstmal Gedanken darüber zu machen, ob es wirklich das Studium der Grund für deine Unzufriedenheit ist. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich andere Faktoren und private Probleme auf die Motivation auswirken und eine generelle Unlust verursachen können. Am besten überlegst du dir gründlich, was dich momentan bedrückt und ob das Problem vielleicht nicht mit etwas anderem zusammenhängt. Auch solltest du versuchen festzustellen, was genau dir missfällt: Vielleicht gefällt dir ja das Fach, aber die Unterrichtsmethoden an dieser Universität sprechen dich gar nicht an. In diesem Fall solltest du über einen Hochschulwechsel nachdenken. Möchtest du deine Bedenken nicht im familiären Umfeld besprechen, kannst du dich an deine universitäre Beratungsstelle wenden.

Auch Druck von außen

Allerdings steht man sich oftmals nicht nur selbst im Weg, sondern fühlt sich auch von außen unter Druck gesetzt. Freunde, Familie und die Panik vor der späteren Jobsuche – diese Faktoren erschweren eine Entscheidung immens. Auch Deniz wollte sein Studium zuerst nicht abbrechen: „Ich hatte mit vielen Freunden das Studium angefangen und wollte nicht einfach aufhören.“

Aber lohnt sich diese Schufterei am Ende? Der richtige Studiengang für deine Freunde muss nicht unbedingt auch zu dir passen. Auch aus purer Angst davor, keinen Job zu finden, solltest du dich nicht durch das Studium durchquälen: Interessiert dich schon im Studium der Fachbereich immer weniger, solltest du dich fragen, ob du dir einen Job in diesem Bereich überhaupt noch vorstellen kannst. Der entscheidende Moment kam für Deniz erst im siebten Semester, als er durch eine mündliche Prüfung fiel. Da wurde ihm klar, dass er das Studium abbrechen wollte.

Letzter Ausweg: Studienabbruch?

Auch wenn manch einer schon früh merkt, dass das Studium keinen Spaß macht, ist die Hemmschwelle groß: „Schon im ersten Semester habe ich gemerkt, dass es nichts für mich ist. Ich wollte mehr Praxisbezug“, so Deniz. „Aber ich wollte es durchziehen und blieb schließlich bis zum siebten Semester“. Für ihn war der Abbruch also keine spontane Entscheidung. Er hatte gründlich darüber nachgedacht und auch im Freundes- und Familienkreis darüber gesprochen: „Durch die Gespräche bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass ein Neustart vielleicht besser ist, als einfach so weiterzumachen wie bisher.“

Fragst du dich am Ende jedes Semesters, wieso du eigentlich noch dabei bist und merkst, dass auch deine Leistungen erheblich darunter leiden, lohnt sich zumindest ein kritisches Hinterfragen deiner Wahl. Überlege dir vor allem, wieso du eigentlich studierst. Lernst du etwas dazu? Arbeitest du auf deinen Traumberuf hin? Wenn du zumindest eine dieser beiden Fragen mit „Ja“ beantworten kannst, spricht das dafür, dass du deinem Studium noch eine Chance geben solltest.

Für Deniz war der Studienabbruch auf jeden Fall die richtige Entscheidung. Er rät: „So früh wie möglich – sobald die ersten Anzeichen da sind – sollte man sich Gedanken über seine Studienwahl machen.“  Er suchte deshalb nach Alternativen und besuchte eine Infoveranstaltung an einer anderen Hochschule. Das hat sich auch gelohnt, denn nun freut er sich auf sein duales Studium im Bereich Wirtschaftsinformatik.


Immer noch nicht sicher? Auch studienbegleitend kannst du durch Praxiserfahrung deine Stärken erkennen und weiter ausbauen:

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BILD: Unsplash, pixabay.com

Melissa Walker

About Melissa Walker

Melissa studiert English Studies und Spanish an der University of Stirling (UK). Im Juni 2015 wurde sie Teil des Campusjägerteams und kümmert sich seitdem sowohl um Social Media als auch um operative Aufgaben.

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